Der 1. Mai – Tag der Arbeit, wird seit 1886 als Tag der Arbeiter und Werktätigen gegen Unterdrückung und für demokratische Rechte gefeiert. Als Symboltag der Arbeiterbewegung hat der 1. Mai dieses Jahr zwei besondere Bedeutungen: Zum einen wurden am 2. Mai, ein Tag nach den Mai-Feiern vor genau 80 Jahren die Gewerkschaften in Deutschland verboten und die Gewerkschaftshäuser gestürmt. Aktive Gewerkschaftler wurden in Zuchthäuser und Konzentrationslager gesteckt. Daher ist es heute wie damals wichtig, die Forderungen gegen Faschismus und Rassismus betont in den Vordergrund zu rücken. Es ist unsere Aufgabe, faschistische und rassistische Organisationen, sowie die Zusammenarbeit des deutschen Verfassungsschutzes mit diesen, die sich als die Spitze des Eisberges in Form des “Nationalsozialistischen Untergrundes -NSU” zeigte, zu verurteilen und diesem als Alternative die Solidarität und das Zusammenleben der Werktätigen zu bieten, ohne nationale oder religiöse Unterschiede zu machen. Als Tag der Solidarität und Kampftag für demokratische Rechte der Werktätigen verdient der 1. Mai mehr antifaschistische Beachtung, als nur als Volksfest der Gewerkschaften gefeiert zu werden.

Der zweite wichtige Aspekt des 1. Mai 2013 ist die wirtschaftliche Situation in Deutschland und Europa. Das Motto der 1. Mai-Veranstaltungen lautet: “Gute Arbeit. Sichere Rente. Soziales Europa.”. Nahezu 8 Millionen in Deutschland arbeiten in unsicheren, befri steten und unterbezahlten Jobs. Wir sind sehr weit davon entfernt, von guter Arbeit geschweige denn sicheren Renten zu sprechen. Die Lösung des Problems liegt auch nicht darin, darüber zu sprechen, sondern aktiv und nachdrücklich für die Änderung der Verhältnisse zu kämpfen. Eine aufrichtige Gewerkschaft, die gute Arbeit will, darf nicht Leiharbeit dulden und Verträge unterzeichnen, die die finanziellen und gesundheitlichen Rechte der Arbeiter beschneiden und passiv bleiben, wenn die Rente im Grab beschlossen und durchgesetzt wird. Das Gleiche gilt für die Forderung nach einem sozialen Europa. Wie sozial das heutige Europa ist, sehen wir an den Zwangssparpaketen in Griechenland, Portugal, Spanien, Italien oder in Zypern. In diesen Ländern wurden Lohnkürzungen, Massenentlassungen, Kürzungen im Gesundheits-, Bildungs- und Sozialwesen durchgedrückt. Das Europa des Kapitals kann nicht sozial sein. Daher müssen die richtigen Forderungen der Gewerkschaft mit Inhalt gefüllt werden, sonst bleiben sie leider nur Seifenblasen.