Betrug die Zahl der Minderjährigen Soldaten bei der Bundeswehr 2011 noch 689, so stieg sie aktuell auf 1576 (Stichtag 1.11.16). Bei 21.000 neuen Rekruten sind das sieben Prozent eines Anfängerjahrgangs. Die Bundeswehr setzt in ihrer Personalnot (Wer will schon für die Profite der Reichen sterben?) immer mehr auf die Anwerbung von Minderjährigen. Sie hoffen, dass junge Menschen ohne eine gute berufliche Perspektive zur Bundeswehr gelockt werden können.
Dazu verstärken sie ihre Kampagnen in Schulen, auf Messen und lassen auch gern einmal kleine Kinder an Waffen spielen. Hinzu kommen Werbekampagnen, die das Soldatenleben als großes Abenteuer darstellen. Ab November hat die Bundeswehr unter dem Motto „Ab November wird draußen gespielt“ eine Werbekampagne bei youtube gestartet, die sich direkt an Jugendliche richtet. Unter dem Titel „Die Rekruten“ werden dümmliche Werbefilme präsentiert, die in Form einer Seifenoper á la „Dschungelcamp“ die Bundeswehr als einen tollen Abenteuerspielplatz zeigen.
Verschwiegen wird dabei, dass zu diesem „Abenteuerspielplatz“ auch tödliche Einsätze in aller Welt gehören.
Es ist bezeichnend, dass die Bundeswehr Minderjährige anspricht und aufnimmt. Während unsere Politiker sich bei anderen Ländern über Kindersoldaten aufregen, sehen sie es als selbstverständlich an, dass hierzulande bereits 17-jährige zum beruflichen Töten erzogen werden. Noch bezeichnender ist es, dass dafür Jugendliche aus der Arbeiterklasse und dem Volk angesprochen werden, die keine bessere Perspektive haben. Denn klar ist, dass die Reichen ihre eigenen Kinder nicht für den Profit anderer opfern. Kriegsministerin Ursula von der Leyen erklärte in einem Fernsehinterview lachend, dass ihre Kinder nicht in den Krieg ziehen (https://www.youtube.com/watch?v=Uhy-b0CBMKQ). Sie hat 2 Söhne und 5 Töchter. Alle im wehrfähigen Alter – keiner bei der Bundeswehr oder gar im Kriegseinsatz. Dafür machen sie Karriere. Der älteste Sohn ist Unternehmer. Er hat besseres zu tun, als auf dem Schlachtfeld für den Profit zu sterben. Das zeigt wie verlogen, die Bundeswehrwerbekampagnen für mehr Rekruten sind.