Gute Nacht G8! -So nennt sich die Kampagne der LandesschülerInnenvertretung NRW.

Ab dem 10. bis zum 17. März finden in ganz Nordrhein Westfalen Schülerprotestaktionen gegen G8 statt. Von Luftballonaktionen und Bildungsleichen gutenachtg8bis hin zur Podiumsdiskussion, Fahrradstau und Theaterstück werden noch viele weitere Aktionen für Aufsehen sorgen.

Hintergrund dieser landesweiten Aktion ist die Schulzeitverkürzung an Gymnasien auf 8 Jahre:
Durch G8 ist es nicht mehr möglich Schüler individuell zu fördern. In verkürzter Zeit muss derselbe Stoff erlernt werden. Daraus lässt sich erschließen, dass Nachhilfestunden, mehr Bücher und längere Schultage zum Alltag der Schüler werden. Das heißt, es entstehen mehr Kosten und Ausgaben für die Bildung. Durch das Turbo-Abitur verdichtete sich der Lernstoff. Wer tief in die Tasche greift, kann sich auf den Nachhilfeunterricht verlassen- wer wiederum kein Geld hat, bleibt auf der Strecke.

Nicht nur die Gymnasiasten leiden unter Leistungsdruck und weniger Freizeit, sondern auch Schüler auf anderen Schulformen müssen mit den steigenden Anforderungen kämpfen. Durch den gestiegenen Leistungsdruck entfällt immens die Zeit für außerschulische Aktivitäten. Auch der Zeitraum für etwa politische oder soziale Aktivitäten wird knapper. Die Schulzeitverkürzung dient also, wenn sie jemandem dient, den Interessen der Wirtschaft. Das Ziel ist Jugendliche schneller für den Arbeitsmarkt zu gewinnen. Vielmehr scheint dieses wirkliche Interesse einer kurzen Schulzeit und daraus folgenden niedrigeren Lohnansprüchen zu sein. Denn junge Menschen können im jungen Alter in die Arbeitswelt einsteigen, in dem sie entweder mit einer Ausbildung oder direkt zu arbeiten beginnen. Jedoch kommt ein anderer wichtiger Aspekt hinzu. Es muss zu Betracht gezogen werden, dass der Abiturjahrgang dieses Jahr den Studien-, Ausbildungs- und Arbeitsmarkt überfluten wird. Die enormen Auswirkungen kann man sich vorstellen.

Die Bildungsproteste der letzten Jahre haben gezeigt, dass man sich nicht auf Regierungsparteien und Kabinett verlassen kann. Nur Schülerinnen und Schüler selbst können sich selbst vertreten.

Aus diesen Gründen und noch vielen weiteren ruft die LandesschülerInnenvertretung NRW zu landesweiten Protesten gegen G8 auf. Denn dieser Zustand ist für keinen Schüler länger zumutbar.

Dirim Su Derventli