Pegida- so nennt sich die augenscheinlich neue „Trenderscheinung“ in Deutschland. Pegida steht für „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“. Auf sogenannten „Abendspaziergängen“, wie die Organisatoren sie nennen, kamen in den vergangenen Wochen tausende Menschen zusammen, um sich für ihre rechtspopulistischen Ansichten laut zu machen. Dabei unterscheiden sich die Kernpunkte dieser „besorgten Bürger“, die pegidavor allem aus Hetze gegen Flüchtlinge bestehen, nicht sonderlich von denen der HoGeSa (Hooligans gegen Salafisten), der NPD, AfD oder einiger Flügel der Union.

Kritik ist von diesen Parteien und Organisationen nicht zu erwarten. Eher im Gegenteil, so ist zwischen AfD und CDU/CSU förmlich ein Wettlauf um potenzielle Wählerstimmen unter den Pegida-Anhängern ausgebrochen. Konrad Adam, der zur Führungsspitze der AfD gehört, rechtfertigte die „Spaziergänge“ mit der Geiselnahme von Sydney. Die Union versucht es mit der „Wir-verstehen-euch-Tour“. „Unter denjenigen, die da teilnehmen, gibt es doch ganz schön viele, die bringen ihre Sorgen zum Ausdruck vor den Herausforderungen unserer Zeit“, so Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU). Zudem gäbe es Teile der Bevölkerung, die sich wie Fremde im eigenen Land fühlen würden. Die Sorgen müsse man ernst nehmen und sich damit auseinandersetzen.

Dabei ist doch diese „große Islamisierung“, von der Konservative und Medien ständig sprechen, doch überhaupt nicht so omnipräsent, wie immer dargestellt. Ja, es werden neue Moscheen gebaut, jedoch hier von einer „Islamisierung“ zu reden, ist doch sehr übertrieben. Und darauf mit rassistischen Parolen und Feindlichkeit gegen Flüchtlinge zu antworten, ist wohl kaum die richtige Lösung.

Doch die CSU zieht es vor, weiter Öl ins Feuer zu gießen. Neuester CSU-Super-Gau: in einem Antrag heißt es, dass Migranten dazu angehalten werden sollten, nicht nur im öffentlichen Raum, sondern auch in der Familie deutsch zu sprechen. Das „fördere“ die Integration. Gleichzeitig forderte die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner ein „Burka-Verbot“.

Alles gefundenes Fressen für die Pegida-Anhänger. Sowohl die Pegida selbst, als auch die lächerlichen Positionierungen und Forderungen von AfD und CDU/CSU haben rein gar nichts mit „besorgten Bürgern“ zu tun. Auch der „Deckmantel“ des Patriotismus funktioniert hier schon nicht mehr. Immerhin ist Patriotismus noch nicht einmal einen halben Schritt von Nationalismus entfernt. Und dieser halbe Schritt wurde auf den „Spaziergängen“ schon längst gemacht.