Unterstütze die DIDF-Jugend

Wir Jugendliche haben es in vielerlei Hinsicht nicht einfach. Zum Beispiel die Schule erfolgreich beenden, einen Ausbildungsplatz finden oder es an eine Universität schaffen, also eine Perspektive im Leben zu finden, ist nicht selbstverständlich. Die Perspektivlosigkeit ist bei vielen Jugendlichen Gang und Gebe. Nicht zu wissen, wie unsere Zukunft in zehn Jahren aussehen wird, ist nicht verwunderlich. Jugendliche werden von Politikern und Managern dafür verantwortlich gemacht, weil es angeblich in unserer Gesellschaft so viele Möglichkeiten gäbe. Der heutigen Jugend wird Faulheit und Unfähigkeit zugeschrieben. Wir als DIDF-Jugend widerlegen diese und viele andere Zuschreibungen!

Schule

Wir schauen den anderen Ländern in Europa seit Jahren schon hinterher. Jedesmal hören wir uns an, dass durch Studien, wie PISA oder IGLU, bewiesen wird, dass wir in der Bildung die Schlusslichter sind. Das selektive Bildungssystem, welches die Kinder schon nach der vierten Klasse aufteilt, ist ein grundlegendes Problem. Mittlerweile belegen die Bildungswissenschaften und die Soziologie, dass eine Bildungsungleichheit im deutschen Bildungssystem besteht. Doch je mehr die Tatsache belegt wird, umso mehr wird darüber geschwiegen. Beispielsweise werden Kinder, die aus sozial schwachen Familien kommen, von Beginn an mit schlechteren Zensuren benotet, was ihr Weiterkommen in höhere Schulformen erschwert. Dabei spielen die private Nachhilfe nach der Schule oder auch die häuslich eingeschränkte Hilfe, wegen mangelhaftem Wissen oder beruflich eingeschränkter Zeit, eine große Rolle. Diejenigen, die es trotzdem schaffen, weiter zu kommen, müssen sich G8 und dem hohen Leistungsdruck stellen. Das Problem, was G8 mit sich gebracht hat, ist, dass Jugendliche wenig Zeit für ihr privates Leben, freie Zeit für sich und ihre freie Entfaltung haben. Das Lernen und die Schule sind für sie im Vordergrund. Die Schule sollte jungen Menschen nicht zur Last werden, sondern die Möglichkeit schaffen, dass sich ein Mensch in allen Lebensbereichen frei entfalten kann.

Deshalb fordern wir:
Kostenlose Bildung – vom Kindergarten bis zur Hochschule!
Eine Schule für Alle!
Abschaffung des Turbo-Abiturs!

Ausbildung und Arbeit

Wir leben in einem der Länder, die zu den wirtschaftsstärksten Staaten der Welt zählen. Aber die Werkstore bleiben für viele von uns geschlossen. Heute ist es so, dass junge Menschen mehrere Bewerbungen für einen Ausbildungsplatz schreiben, den sie sich wünschen. In den meisten Fällen tendieren diese zur nächstbesten Ausbildungsstelle, die sie bekommen können. Eine Ausbildung ist ein guter Anfang für jeden. Wenn man Bäcker, Friseur oder Mechaniker in einem Zwei-Mann-Betrieb wird, dann ist es weniger gut. Denn Überstunden und schlechte Bezahlung gehören dazu. Wenn man in einem Großbetrieb ist, dann verdient man vergleichsweise mehr und die Arbeitszeiten sind geregelter. Ca. 50% der Auszubildenden werden nach der Ausbildung nicht übernommen. Stattdessen muss die Mehrheit dieser Berufseinsteiger prekärer Beschäftigung nachgehen. Die Anzahl der Leiharbeiter ist von 2014 bis 2016 von 610.000 auf 961.000 gestiegen. Deutschland hat nun die eine Millionen Grenze bei Leiharbeit erreicht. Auch die Einführung des Mindestlohnes hat das Leben vieler Jugendlicher nicht vereinfacht. Zunächst ist dieser bei 8,50 € / Stunde ohnehin schon zu niedrig und verschafft nicht den Standard, der heutzutage zum Leben benötigt wird. Außerdem wartet er mit vielen Lücken und Ausnahmen, die besonders Jugendliche benachteiligen. Denn wer unter 18 Jahren ist, hat generell keinen Anspruch auf Mindestlohn!

Deshalb fordern wir:
Unbefristete Übernahme nach der Ausbildung!
Löhne, von denen wir vernünftig leben und unser Leben vernünftig planen können!
Verbot der Leiharbeit!
Mindestlohn für alle – und zwar ohne Ausnahmen!

Studium

Leider sehen die Bedingungen auch an den Hochschulen nicht sehr gut aus. Bei den meisten fängt es schon da an, dass sie nicht den gewünschten Studienplatz finden und zu Plan B oder C greifen. Durch den Bologna-Prozess, der die europaweite Anpassung von Studienabschlüssen zum Ziel hatte, muss man im Studium ackern, was das Zeug hält. Schließlich geht es ja darum, dass man das Bachelor erzielt und jeder Einzelne schnellstens bereit für die freie Marktwirtschaft ist. Aber viele von uns wollen für den Markt noch gar nicht bereit sein. Es wird erst der Weg zum Master gesucht. Nach einer aktuellen Umfrage des Jahres 2016, die von Wissenschaftlern der Universitäten Potsdam und Hohenheim durchgeführt wurde, fühlen sich Studierende in der BRD gestresster als Berufstätige. Ihre Probleme sind insbesondere Zeit- und Leistungsdruck. Hinzu kommt die Angst vor Überforderung, was dann zum Stress führt.

Das Experimentieren, sich mal etwas Zeit lassen mit dem Studium und sich ausprobieren…das alles liegt sehr weit zurück.

Über die Bedingungen der Hochschulen kann man eine Liste von Mängeln erstellen. Dass die Hörsäle völlig überfüllt sind und man auf den Treppen sitzen muss, das Studium kaum finanzieren kann, da man nicht mehr bei den Eltern wohnt oder auch wegen dem Nebenjob zwischen Tür und Angel lernt, ist noch eine weitere Belastung.

Deshalb fordern wir:
Abschaffung des Bachelor- und Master-Systems!
Genügend Masterplätze für Alle!
Bedingungsloses BAföG – ohne Rückzahlung!
Bessere Bedingungen an den Unis schaffen – Hörsäle verbessen, mehr Lernplätze in den Bibliotheken schaffen!

Gesellschaft

Unsere schulische und berufliche Laufbahn ist sicherlich wichtig, aber wir sind mit weiteren gesellschaftlichen Problemen konfrontiert, die wir auch als Jugendliche nicht ignorieren dürfen. Wie der sich ausbreitende Rassismus. Die Nazimorde haben uns alle ins Entsetzen gestürzt. Im November 2011 flog der Nationalsozialistische Untergrund (NSU), nach einem misslungenen Banküberfall in Eisenach, auf. Nach Jahren der Spekulationen und fehlgeführten Ermittlungen, die die Opfer ins Visier nahm, wurde klar, dass eine rechtsextreme Terrororganisation hinter der Ermordung von insgesamt 10 Menschen und mehreren Bombenanschlägen steckte. Seit fünf Jahren dauert nun der Prozess gegen Beate Zschäpe und andere Komplizen des NSU an. Doch konnte bis heute immer noch keine Schuld bewiesen werden, nicht annähernd eine Aufklärung erfolgen, welche unsere Gesellschaft benötigt. Noch immer ist auch nicht die Rolle der Ermittlungsbehörden klar. Fakt ist, dass der Thüringer Verfassungsschutz V-Leute unter Nahestehenden des NSU hatte und diese auch mit Geld unterstützt hat. Fakt ist auch, dass nachdem die Täter aufgeflogen waren, Akten geschreddert wurden und Einzelpersonen zurückgetreten sind. Doch gibt es noch zu viele Ungereimtheiten im gesamten NSU-Komplex. Ungereimtheiten, die es uns schwierig machen werden, je voll und ganz nachzuvollziehen, welche Rolle die Staatsbehörden bei der ganzen Sache hatten.

Auch die Angriffe auf Geflüchtetenunterkünfte haben mehr als alarmierende Maße angenommen. Laut BKA haben sich die Angriffe auf Geflüchtetenunterkünfte im vergangenen Jahr verfünffacht! Während man 2014 noch 199 Angriffe, davon 177 mit rechtsradikalem Hintergrund, zählte, sind es von Januar 2016 bis September 2016 über 1.800 politisch motivierte Straftaten gegen Asylbewerber und Geflüchtete.

Passend dazu scheint es so, als würde rechtes Gedankengut immer mehr in die Mitte der Gesellschaft rücken. Die AfD ist inzwischen in zahlreichen Landtagen vertreten. Ihr Einzug in den Bundestag scheint so gut wie sicher. Seitdem versuchen sich die Parteien im Bundestag gegenseitig darin zu übertrumpfen, die AfD und ihren Rassismus moralisch zu verurteilen und irgendwelche „roten Linien“ zwischen sich und ihr zu ziehen oder – noch schlimmer – auf den rechtspopulistischen Zug aufzuspringen. Dabei bedient sich die AfD weniger einem rassistischen Potenzial, als mehr der sozialen Ungerechtigkeit, unter der die Menschen leiden. Denn es sind die Menschen, die gerne mal als „dumm“ bezeichnet werden, weil sie ja die AfD wählen, die unter Arbeitslosigkeit, Niedriglöhnen, Altersarmut etc. leiden! Die wahre Schande sind nicht die Menschen, die die AfD wählen, sondern jene, die ihr das Feld überlassen, sich als Beschützer der „einfachen“ Bevölkerung aufzuspielen, es vermeiden oder versäumen die soziale Frage zu stellen. Und es sind die großen Parteien, die mit „Hartz IV“, Werkverträgen und Co. den Nährboden erst geschaffen haben, auf dem die AfD fröhlich gedeiht.

Während der deutsche Rassismus versucht die deutschen Jugendlichen für sich zu gewinnen, ist es türkische, AKP-nahe Lobby, die versucht sowohl die türkischen und kurdischen, als auch die türkeistämmigen und deutschen Jugendlichen zu spalten. Organisationen, wie DITIB usw. tun ihr Möglichstes, um die repressive Politik der AKP-Regierung auch nach Deutschland zu tragen. Werden die türkischen Wahlurnen nach Deutschland gebracht, organisieren sie Busse, die die Menschen scharenweise in die Wahllokale fahren, damit sie Stimmen für die AKP abgeben. Ist die Stimmung zwischen den Türkeistämmigen ohnehin schon angeheizt, gießen sie in ihren Vereinsräumen und Moscheen, noch Öl ins Feuer. Jugendliche, die hier die gleichen Sorgen, Probleme und Wünsche teilen, geraten plötzlich in den Schulen oder Betrieben aneinander. Dabei ist diese Spaltungspolitik genau das, was die Machthaber beabsichtigen. Umso stärker müssen wir dafür kämpfen, dass uns Lehrermangel in der Schule, die Suche nach einem Ausbildungsplatz und der Lernstress in der Uni alle gleichermaßen betreffen.

Deshalb fordern wir:
Chancengleichheit für Alle!
Verbot aller rassistischen und faschistischen Organisationen und Parteien!
Rechtspopulismus entgegentreten, soziale Gleichheit erkämpfen!

Die DIDF- Jugend

Wir sind eine Jugendorganisation, die von türkischen und kurdischen Jugendlichen gegründet wurde, die sich mit diesen und anderen Themen beschäftigt. Es ist nicht nur unsere Aufgabe über die Probleme zu reden, sondern gegen sie anzugehen. Wir sind keine Pessimisten, die alles schlecht reden, sondern sehr optimistisch und glauben fest daran, dass wir in den Schulen, Betrieben und Unis viel verändern können. Wir organisieren uns, weil wir die Bedingungen ändern möchten. Wir engagieren uns überall, wo wir sind. Wir nehmen an zahlreichen Demonstrationen und Aktionen teil.

Junge Stimme

Die Junge Stimme ist eine Zeitschrift, die von ehrenamtlichen Jugendlichen für Jugendliche rausgebracht wird. Sie erscheint alle zwei Monate und beinhaltet aktuell politische, jugendpolitische Themen, sowie Interviews, kulturelle Artikel und Berichte aus den Orten. Jeder kann sich an der Herausgabe der Zeitschrift beteiligen, ganz egal, ob man Erfahrung hat oder nicht. Es ist nämlich unsere Stimme, die Stimme der Jugend.

Kulturelle Angebote

Als DIDF-Jugend organisieren wir in unseren über 30 Ortsgruppen kulturelle und sportliche Aktivitäten an. Wenn du gerne tanzt, malst, Theater oder auch Fußball spielst und sportlich bist, dann melde dich bei uns vor Ort. Auch bundesweit haben wir Festivals und Turniere, die du mitorganisieren kannst. Jeder hat ein Talent und dein Talent ist gefragt!!!

Zusammenarbeit

Wir wissen, dass man alleine nichts erreichen kann. Deshalb arbeiten wir mit Gewerkschaftsjugenden und verschiedenen etablierten Jugendorganisationen zusammen. Als DIDF-Jugend sind wir Mitglied in mehreren Landesjugendringen und seit Oktober 2016 Mitglied im Deutschen Bundesjugendring. Wir sind ein Verband, der viele Kontakte pflegt und auf allen Ebenen auf Bündnisarbeit setzt.

Werde ein Teil von uns

Wir hoffen, dein Interesse geweckt zu haben. Was uns verbindet, ist sehr grundlegend. Denn wir teilen dieselben Sorgen, Probleme und Träume. Nur durch unser gemeinsames Wirken können wir die Sachen zu unseren Gunsten verändern. Bei uns ist jeder willkommen, egal woher die Eltern kommen. Wenn du uns unterstützen möchtest, durch eine aktive Mitarbeit oder durch eine kleine Spende, dann bist du bei uns willkommen.