Nach dem Brand in Moria, dem Geflüchtetenlager auf der griechischen Insel Lesbos, geht es den Menschen schlimmer als zuvor: Tausende Menschen, denen monate-teilweise jahrelang eine hygienische Unterbringung in menschenwürdigen Verhältnissen verwehrt wurde, kämpfen nun auf den Feldern und Wäldern Lesbos‘ um das nackte Überleben. Es erreichen uns Bilder von Sondereinsatzkommandos der Polizei, die mit Waff en gegen die Menschen vorgehen, Bilder von Familien, die in Feldern und am Straßenrand übernachten müssen und schließlich sind es die veröff entlichten Bilder von ProAsyl, die Menschen auf Rettungsinseln zeigen, die mitten auf dem Meer ausgesetzt und ihrem Schicksal überlassen werden.

Daher fordern wir die Öffnung der Grenzen und die sofortige Evakuierung aller Massenunterkünfte!

Diese humanitäre Katastrophe muss sofort beendet werden!
Doch die elendige Situation auf Lesbos ist nicht neu. Das ursprüngliche Transitlager wurde zu einer permanenten Unterkunft umfunktioniert; ausgerichtet
auf etwa 2000 wurden schließlich über 13.000 Menschen in Moria eingesperrt. Über Monate und Jahre hinweg wurden die Notsituation dieser Menschen ignoriert, die europäischen Regierungen verstanden sich darauf, dass Problem Griechenland zu überlassen. Dabei liegen die Verantwortlichen auf der Hand: Es ist die Europäische Union und ihre stärksten Mitgliedsstaaten, die im Namen der Profitmaximierung
Kriege führen, ganze Länder ausbeuten und die Menschen zur Flucht aus ihrer eigenen Heimat zwingen.

Es sind die Regierungen Europas, die seit Jahren eine Politik der Abschottung und des Sterbenlassens führen. Es ist der EU-Türkei Deal, der zehntausende
Schutzsuchende an den Grenzen festhält und in überfüllten Lagern ihrem eigenen Schicksal überlässt. Seit Jahren hat die EU durch ihre Politik diesen Zustand
herbeibeschworen und muss zur Verantwortung gezogen werden!

Daher fordern wir die Entkriminalisierung von Seenotrettung: Seenotrettung ist kein
Verbrechen! Kein Mensch ist illegal! Wir fordern den sofortigen Stopp aller Rüstungsexporte und das Ende der Kriegspolitik: Nicht Gefl üchtete, sondern
Fluchtursachen bekämpfen!

Wir haben Platz! Deutschland ist eines der reichsten Länder dieser
Welt. Es ist ein Armutszeugnis für die BRD nur 1553 Menschen aus Moria aufnehmen zu wollen. Denn diese Zahl kommt nicht von ungefähr, es ist die Zahl
der sorgfältig ausgewählten, bereits abgeschlossenen Asylverfahren. Dabei haben bereits 64 Kommunen und Landkreise zugesagt, dass sie die Menschen aufnehmen wollen – alleine das Bundesinnenministerium stellt sich bei der Aufnahme der Schutzsuchenden quer.

Daher fordern wir die sofortige Aufnahme von schutzsuchenden Menschen,
unabhängig von ihrem Asylstatus oder ihrer Herkunft! Menschenleben vor Profit!